11.01.2011 – Tag 02

Was eine Aussicht

Was eine Aussicht

Farm Claratal => Namibgens Lodge (S 23.61977° E 16.23940°)

Sonnenaufgang ist hier um ca. 6:15 Uhr. Einige sind schon wach und bei ihrer zweiten Tasse Kaffee, während der Rest durch eine kleine Gruppe Pferde geweckt wird, die direkt am Nachtlager vorbei galoppieren.
Zum Frühstück benutzen wir unsere Gaskocher welche wir in fast jedem Fahrzeug haben. Es geht wirklich nichts über eine Nacht unter freiem Himmel, geschützt durch das Moskitozelt, um morgens einen frischen Kaffee von Tom zu genießen. Dann auch noch bei diesen Temperaturen, dazu später noch mehr. Zelte werden abgebaut, die letzten Tassen geleert und dabei ein schön angerichtetes Sandwich gegessen. Die Tagesroutenbesprechung steht an. Der General lässt verlauten wohin es heute geht. Alle hören zu und studieren die Karte.
Es geht los, der zweite Tag beginnt. Als allererstes fahren zwei Jeeps in die falsche Richtung. Alles dreht um und wir finden den richtigen Ausgang aus der Farm, die uns auf ihrem Gelände sehr herzlich aufgenommen haben. Heute ist offene Fahrweise erlaubt. Das heißt im Klartext, dass wir in jeglicher Reihenfolge, wie auch Geschwindigkeit fahren dürfen, um uns an, vorher abgesprochenen Wegpunkten wieder zu sammeln.
Als es auf die Schotterpiste geht überholen wir (Navigationsteam Lasterbalk und Bruder Frank) auch sofort zwei Fahrzeuge und los geht es, in die nahezu unendlich weite Landschaft Namibias. Wir sehen am Horizont weit entfernt Berge die nur sehr langsam größer werden. Ein Wahnsinnsausblick, manchmal ein wenig Surreal. Die Sonne brennt herunter. Klar haben wir Sonnenschutz dabei, welcher auch gerne während der Fahrt aufgetragen wird. Wir passieren die ersten Pässe und fahren zu einem Aussichtspunkt, dem Gamsberg-Pass, hoch. Die Blicke schweifen hier etliche Kilometer weit und der Himmel scheint unendlich.
Beim Versuch auszuparken gibt es ein kleines bisschen Chaos, was aber mit vielen Funksprüchen schnell geklärt ist. Weiter geht es die engen und kurvenreichen Passstraßen hinunter. Dabei sehen wir an einer Wasserstelle eine Hand voll Zebras, was wohl hier sehr selten ist. General Gisi hat heute frei und fährt nicht selbst was bedeutet dass er nicht vorne das Feld anführt.
Am Gaub River Canyon hält die Truppe wieder um ein Highlight des Tages geboten zu bekommen. Am fast ausgetrockneten Flussbett spielen „Saltatio Mortis“ in der glühendsten Mittagssonne ein kleines Konzert. Sogar die Paviane auf den Felsen wippen freudig mit (kein Scherz!). Nachdem die letzte Schalmei erklungen ist und der General Unsummen für Zugaben ausgegeben hat, geht es weiter. Der Himmel ist klar und wir sehen in der Ferne die Ausläufer der namibischen Wüste, über deren keine einzige Wolke am Himmel steht.

Schön ist es wenn man an Position 1 fährt, denn man hat keinen Staub, der einem die Sicht auf den Vordermann nimmt. Schlecht ist es jedoch wenn einem an den Fersen Major Tom mit seinem Fahrzeug klebt. Lasterbalk und Tom liefern sich ein Rennen. Kopf an Kopf geht es über steinige Schotterpisten mit einem Panoramablick der seinesgleichen sucht.

Wir kommen gegen 18 Uhr an der Namibgrens-Lodge an, dem auserwählten Schlafplatz für heute Nacht. Vom Guesthouse fahren wir zu einem der Zeltplätze, welcher einen Swimmingpool beherbergt, ebenso wie Duschen und Toiletten. Zelte werden aufgebaut. Danach verschwinden manche sofort im Pool, andere springen geschwind unter die Dusche. Viele dachten sie wären braun geworden von der Sonne, jedoch war es wohl nur Wüstenstaub, aber wir haben ja noch ein paar Tage.
Ein wunderschöner Ausblick, wenn man im Pool sitzen kann und nur Felsen und Himmel über sich hat. Ebenso wenn man unter der Dusche steht.

Letztes Jahr wurden hier eines morgens Leopardenspuren gesichtet, schauen wir mal ob dieses Jahr auch einer vorbei kommt. Um 20 Uhr werden wir zum Essen abgeholt. In einem Pickuptruck werden jeweils 10 Personen wieder zum Guesthouse gefahren. Wir essen zu Abend und verabreden die Abfahrtszeit für den nächsten Morgen. Bei Lagerfeuer und Drinks geht der Abend schnell vorbei. Bisher kam kein Leopard vorbei, gute Nacht.

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