Der vegetarische Monat

Ich weiß gar nicht mehr, wo und wann genau uns diese Idee einfiel (muss in Asien gewesen sein), aber irgendwie kamen wir darauf, dass man doch über einen gewissen Zeitraum auf Dinge verzichten könnte. Wir wählten Fleisch und den Februar.

er02Und da kam er dann, schneller als man es für möglich gehalten hätte. Der „vegetarische“ Februar war da, und als ich in meinen Kalender sah, wurde mir bewusst, dass ich in wenigen Tagen eine Woche mit der Band zum Songwriting fahren würde. Hmmm, diese Woche, in der man kreativ arbeitet, zusammen kocht, grillt und alle Gerichte mit Fleisch belegt sind?! Na toll, irgendwie muss ich das überstehen. Auf Fragen wie „Hä????“ und „Willst du das nicht um ne Woche verschieben?“ antwortete ich natürlich mit „Nein!“.

Es kann so einfach sein, aber warum ist es so schwer? Daheim war es einfach. Kühlschrank auf und weder Fleisch noch Fisch war drin, super! Das ist easy. Ich ertappte mich im Schwarzwald bei der Songwriting-Woche mit der Band dann am ersten Tag dabei, dass ich mir eine Scheibe Brot schnitt und mir wie fast selbstverständlich eine Scheibe Schinken darauf legen wollte. Ach ja, da war ja was! Es sind die Gewohnheiten. Ich vermisste nicht den Geschmack oder die Konsistenz, sondern es war so normal geworden sich diesen Belag aufs Brot zu legen. Wie sollte das wohl einen Monat lang weiter gehen?
Die Woche überstand ich, indem ich mir nur Teile des gekochten Essens auf meinen Teller legte bzw. mir eine kleine Alternative zubereitete. Das ging dann. Aber wenn man den Bacon dann trotzdem auf dem Salat der Kollegen sieht und nicht auch auf dem eigenen Teller ist es komisch.
Wie gesagt, die Woche habe ich überstanden. Damit war gut 1/3 des Monats geschafft. Bei vielen Prozessen kommt die schwierige Stelle erst später.

Darauf für immer verzichten? Nein!

Darauf für immer verzichten? Nein!

Ein paar Tage später, bei unserem Italiener (nein, der gehört uns nicht, das sagt man nur so), war es einfach. Die vegetarischen Gerichte haben da ein grünes Blatt als Kennzeichnung. Super, wenn man wenig zur Auswahl hat. So geht es dann doch recht einfach. Das Essen war wie immer lecker. Das war nicht das letzte Mal, dass ich so ein Gericht gewählt habe.

Nach ein paar Tagen mit Nudeln, Reis, Kartoffeln gekocht, Kartoffeln als Pommes, Kartoffeln gebraten, Kartoffeln gekocht … usw. überlegt man dann doch. Nein, ich kaufe mir wegen einem Monat nicht direkt ein Kochbuch, das muss nun wirklich nicht sein. Mit ein paar Tipps aus dem www ging es dann weiter. Ja, man muss tatsächlich ab und an mal überlegen, was man so alles essen kann und es ging auch weiter. Die Schwierigkeit lag eher darin, nicht immer die gleichen Sachen zu kochen. Man bekommt aber mit der Zeit einen Sinn dafür, was man noch so alles essen könnte, eben ohne Fleisch und Fisch.

Vor ein paar Tagen waren wir dann beim Griechen … Katastrophe! Aber dazu mehr in einem anderen Blog-Eintrag.

Ok, morgen ist dann März 2014, das heißt für uns geht Fleisch und Fisch wieder. Werden wir es auch wieder essen? Ja! Warum? Weil wir den Geschmack mögen. Ich selbst werde auf jeden Fall reduzieren, was aber nun nicht heißt, dass ich komplett darauf verzichten werde und will. Es war ein klasse Experiement.

Hast du sowas schonmal ausprobiert? Wir freuen uns über deinen Kommentar!