12.01.2011 – Tag 03

Düne 45

Düne 45

Namibgens Lodge = > Hauchabfountain (S 24.523547° E 16.072308°)

Ein weiterer Morgen unter dem schönen Sonnenaufgang in Südwestafrika, genauer Namibia. Die Grillen zirpen und die Sonne erhebt sich langsam über den Felsen, die unser Lager umgeben. Nach und nach stehen alle auf, denn es wird ein ereignisreicher Tag werden, was zwar jeder hofft aber noch keinem bewusst ist. Ein paar Klippspringer (sehen aus wie eine Mischung aus Katze und Hamster) sonnen sich auf den Steinen über unserem Lager, was ein schöner Anblick. Langsam werden die ersten Dachzelte abgerissen und die Fahrzeuge bereit gemacht. An der Lodge unterhalb des Camps werden wir unser Frühstück zu uns nehmen. Einige verfahren sich schon dahin und verursachen hinter ihnen ein halbes Verkehrschaos, es schaffen aber alle den 2 Minuten Weg zum Frühstück.
Gestärkt geht es weiter auf die Strasse. Major Tom fühlt nur noch Gänsehaut. Später erzählt er, dass der „Eye of the Tiger“-Blick des Generals, welcher in einem hohen Tempo an ihm vorbei zog, ihm einen eiskalten Schauer über den Rücken jagte. Ja, so geht es hier auf den Strassen zu.
Schon nach wenigen gefahrenen Metern kommt ein Funkspruch … wir müssen anhalten, denn Chaos-Uwe hätte beinahe ein Rad verloren. Die Muttern waren lose, was das Team 2 (Alea & Jean), welches hinter ihm war, sofort bemerkte. Alle Fahrzeuge wurden darauf sofort gecheckt, jedoch war dies der einzige Vorfall dieser Art. Ein weiterer Funkspruch erschreckt uns sofort … General Gisi trinkt Wasser beim Autofahren. Was will uns dies sagen?
Wir fahren über den Spreets Hoote Pass und haben eine Wahnsinns Aussicht ins Tal. Schnell wird noch ein Gruppenfoto gemacht und weiter geht es. In einer Passstrasse geht es dem General zu langsam und er überholt Uwe in einer fast 180 Grad-Kurve. Ein spektakulärer Anblick, wenn man direkt dahinter fährt. Danach geht es gesittet weiter.

Wir machen einen Zwischenstop in Solitaire um zu tanken. Bruder Frank versendet auch gleich Fotos ins kalte Deutschland. Brrr muss das da kalt sein. Währenddessen wird bei allen Fahrzeugen der Reifendruck geprüft. Lasterbalk rennt wild zwischen all den Fahrzeugen hin und her um alle nötigen Daten, die ein Tankmeister so braucht, einzusammeln. Wir sind fertig und der Trupp bewegt sich weiter südwärts.
Team 10 (El Silbador und Herr Samoel) meldet einen Motorschaden und alle halten an, drehen teilweise wieder um. Zum Glück hilft unser Techteam an Ort und Stelle.

Sossusvlei ist das nächste Ziel. Genauer gesagt, erstmal die „Düne 45“, welche schon im Vorjahr bestiegen wurde. Nun sind die Rookies dran und es gibt auch einen Auftrag von General Gisi auszuführen. Da der Textverfasser selbst Novize ist, werden die Sandalen gegen Stiefel getauscht, ein Fläschen Wasser organisiert und es kann los gehen. Auf Sand laufen ist ja gar nicht so einfach. Unter den Augen der Erfahrenen, welche inzwischen schön auf ihren Stühlen platz genommen haben, geht es voran. Von unten sah alles so einfach aus. Immer wieder einen Schluck trinken und einen Fuß vor den anderen. So muss das sein, aber hier und da hält man doch gerne an, denn bei geschätzter Kochtopfhitze, muss man auch noch aufpassen, dass man nicht ausrutscht und auf einer Seite der Düne runterfällt. Ich überlege kurzzeitig umzukehren und werden von Kollegen überholt. Nach 10 Minuten geht es wieder und ich gehe weiter. Leichter wird es nicht, aber man versucht seine Kraftreserven so gut es geht einzuteilen. Später geht es auch mal ohne Steigung weiter, was nicht so viel Kraft raubt. Dabei brennt die Sonne ganz schön herunter. Es ist Mittag! Was in der Wüste ja gar nicht so warm ist, oder? Die ersten kommen an und unser Tagebuch schreibender Held fühlt in den Beinen alles, vor allem Schmerzen, aber er hat den Auftrag zu Dokumentieren wie drei junge Spielleute von „Saltatio Mortis“ ein spektakuläres Konzert oben auf der „Düne 45“ geben. Alea, El Silbador und Jean haben es geschafft. Der unten gebliebene Teil hört die Klänge nur per Funkgerät, und spendet respektvoll Applaus. Noch ein paar Fotos und es geht wieder zurück. Auch ein Abstieg ist anstrengend. Kurze Verschnaufpause, dann geht es weiter zum Sossusvlei, was genauer gesagt heisst dass wir alle die Allradantriebe aktivieren und es ein kleines Rennen über Sand und Stein gibt. Alle kommen durch was wirklich klasse ist, denn das Jahr zuvor kamen nur zwei Fahrzeuge an, der Rest steckte im Sand fest. Wir kommen an der „Sossusvlei-Düne“ an um ein wenig auszuruhen. Während ein kleiner Trupp sich aus Spass an der Freude aufmacht um auch diese Düne zu besteigen, rettet der General die ansässigen Finken (kleine Vögel, für Unwissende), mit denen er sein letztes Wasser brüderlich teilt. Über Funk erfahren wir den Stand der Dinge, bei der zweiten Dünengruppe. Diese beschließt spontan den Rückweg mit einem Deckel herunter zu surfen, oder auch gar herunter zu springen, als hätten sie Federn an den Füßen. Nun geht es wieder Offroad durch den Sand und Team 3 zerschellt beinahe an einem kleinen Felsen, jedoch hat dieser nicht mit dem waghalsigen Lasterbalk am Steuer und seinem schreienden Assistenten, asiatischer Herkunft, gerechnet. Alles geht nochmal gut und das Auto passiert den Felsen ohne Schaden. Wir fahren weiter bis zum Ausgang des Parks.

Dabei fährt Team 10 recht langsam da sie wohl wieder einen Defekt haben, welcher direkt vom Techteam Dirk und Thomas soweit behoben wird. Es geht weiter. Bis wir zur großen Strasse (ähnlich Bundesstrasse, nur mit Schotter und keinem geteerten Untergrund) kommen, halten noch einmal alle Fahrzeuge da es nur noch ca. 30 km zur nächsten Lodge sind. Das Navigationsteam (Team 3) führ die Gruppe an. Nichts ahnend kommt auf dem Staub hinter ihnen der General mit seinem V6-Gefährt heran und zieht an ihnen vorbei, um ca. 30 Sekunden später ein Problem zu melden. Was war geschehen? Der General wird zusehend langsamer und funkt um Hilfe. Es wird festgestellt dass bei seinem Fahrzeug nichts mehr geht, was mit Fortbewegung zu tun hat. Die Ölwanne unten hat ein 10 auf 10 cm großes Loch und anscheinend haben die Zylinder auch etwas abbekommen. Kommt es vom Wassertrinken, oder warum erwischt es General Gisi heute so hart? Sofort wird mit der Autovermietung telefoniert und ein Ersatzfahrzeug organisiert. Jedoch kommt dies erst am kommenden Morgen.
Team 3 schleppt nun das Team 1 in die nächste Lodge. Der Weg beträgt 30 Kilometer. Major Tom wird mit einem weiteren Fahrzeug losgeschickt, um vor Ort schon einmal alle Lebensmittel zu besorgen.
Wir kommen an, und als ob wir nie etwas anderes gemacht hätten wird in Windeseile jedes Dachzelt aufgebaut und in der Küche wird das Abendessen zubereitet. Es gibt Oryx-Steaks, vom Chefgriller Herr Samoel, dazu Brot, Salat und Saucen.

Wir sitzen alle am Lagerfeuer, plötzlich steht Michel neben uns und fragt, ob eine mutige Person mal kurz kommen könnte, er hat eine kleine Schlange in seinem Zelt. Wir schauen nach. Aus einer kleinen Schlange, die wir sehen konnten, wurde dann schnell eine schwarze Mamba. Welche es sich bequem im warmen Dachzelt gemacht hatte. Taschenlampen raus und Spaten und Macheten geholt. Thomas, der wagemutige, geht auf die Leiter um zu schauen wo das Tier ist. Tom jagt es mehrmals in Thomas‘ Richtung. Das ganze dauert ca. 10 Minuten. Der Spaten erwischt die Mamba, jedoch verzieht diese sich aus Angst vor dem MPS-Afrika-Korps schnell wieder zwischen die Matratze. Ein kleines Blutbad später ist die Schlange erledigt. Leider musste das sein da diese Schlange ein wenig giftig ist und der General nichts mehr hasst als Schlangen! Kopflos zuckt die 1,90 m große Schlange noch viele Minuten vor sich hin während sich alle wieder hellwach dem Lagerfeuer und ein wenig Alkohol widmen.

Ein Tag, voller aufregender Ereignisse …

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